Familien, die ein Family Office zur Vermögensverwaltung nutzen, verzichten beim Erwerb von Immobilien in den meisten Fällen auf Fremdkapital. Allerdings wird diese konservativ anmutende Zurückhaltung derzeit von verlockend niedrigen Kreditzinsen ins Wanken gebracht.

Family Office und Immobilien

Einer aktuellen Studie entsprechend finanzierten deutsche Privatinvestoren 2014 ihre Immobilien-Engagements zu gut zwei Dritteln über Kredite.

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Sie zeigen damit ähnliche Vorgehensweisen wie geschlossene Immobilienfonds, die sich bis zu 60 Prozent des Immobilienwertes verschulden.

Vermögende Familien mit Betreuung durch ein Family Office nutzen dagegen vollkommen andere Investmentstrategien beim Erwerb von Immobilien. Sie verzichten dabei wenn möglich völlig auf Fremdkapital oder gehen prozentual nicht über 30 Prozent des Wertes hinaus. Gut zehn Prozent aller Family Office Kunden erwerben Immobilienwerte grundsätzlich nur mit eigenen Mitteln.

Die Aversion hat gute Gründe

Ein wichtiger Aspekt ist die Liquidität. Menschen die ihr Vermögen von einem Family Office betreuen lassen, haben genug Eigenmittel. Der durchschnittliche Käufer von Immobilien hat hingegen oft Mühe, das erforderliche Eigenkapital bei einer Finanzierung bereitzustellen. Wer ein Family Office mit der Vermögensverwaltung beauftragt, benötigt aufgrund mehr als ausreichender Eigenmittel keine Darlehen.

Ein weiterer Grund für die Kredit-Enthaltsamkeit ist die Unabhängigkeit von Menschen, hinter deren Finanzverwaltung ein Family Office steht. Sie wollen sich nicht von Banken abhängig machen, weil diese bei einem Kreditantrag nicht nur Daten einholen, sondern gerade bei Immobilien ein gewisses Mitspracherecht beanspruchen. Die im Kreditvertrag festgelegten Klauseln können beispielsweise Sondertilgungen bei Unterschreitung des Verkehrswertes bedeuten, in schwierigen Fällen kann sogar die Zwangsversteigerung drohen.

Diskretion erwünscht

Familien, die ein Family Office zur Vermögensverwaltung nutzen, legen ausgesprochen hohen Wert auf Diskretion. Sie verfügen meist über exzellente Kapitalausstattungen und können daher ihre Immobilien-Käufe ohne Einbeziehung von Banken durchführen. Die Regel, nach der höherer Fremdkapitaleinsatz attraktivere Eigenkapitalrendite generiert, gilt für sie nur bedingt. Die Kunden eines Family Office sind zwar auch ertragsorientiert, allerdings hat bei ihnen der Vermögenserhalt einen noch höheren Stellenwert.

Verführerische Niedrigzinsen

Die anhaltenden Minizinsen gehen auch an dieser Bevölkerungsgruppe nicht spurlos vorbei; beim Kauf von Immobilien können sich immer mehr Nutzer eines Family Office eine Erhöhung oder Einbeziehung von Fremdkapital vorstellen.

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