©iStock.comAnatolii_Babii

Differenzkontrakte als Geldanlage – Was ist zu beachten?

Der Cocktail aus Niedrigzinsen, steigenden Immobilienpreisen und der sich stetig dynamisierenden Digitalisierung führt dazu, dass sich Privatanleger fortwährend nach neuen Produkten umschauen, die eine attraktive Rendite versprechen.

Zu diesen Produkten, die gerade in letzter Zeit immer mehr in den Fokus rücken, zählen Differenzkontrakte, kurz CFDs, die sich erheblich von konventionellen Investments in Aktien, Fonds und Anleihen unterscheiden. Welche Chancen und vor allem Risiken bergen CFDs im Detail und für wen eignen sich diese Finanzinstrumente überhaupt?

CFDs sind keine Wertpapiere

Bei CFDs, englisch für Contracts for Difference, handelt es sich gemäß der Definition der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nach § 1 Abs. 11 des Kreditwesengesetzes (KWG) um derivative Finanzinstrumente, also solche, die von anderweitigen Wertpapieren abgeleitet werden. Dementsprechend unterscheiden sich diese auch von klassischen Aktien, zumal diese Differenzkontrakte weder über die Börse gehandelt werden, noch über eine Wertpapierkennnummer verfügen. Der Handel findet stattdessen im Rahmen des sogenannten Over the Counter Verfahrens (OTC) über Banken sowie spezialisierte CFD-Broker statt. Der große Vorteil liegt einerseits in den geringen Transaktionskosten, sodass mit vergleichsweise geringem Kapitalaufwand ein balanciertes Portfolio aufgebaut werden kann. Zudem ist es andererseits mit Hilfe von CFDs möglich, auch auf fallende Kurse zu setzen und damit auch in Bärenmärkten eine ansehnliche Rendite einzufahren.

Flexible Finanzinstrumente

Differenzkontrakte stellen dabei charakteristischerweise eine Wette zwischen CFD-Broker und CFD-Händler dar, die auf die Kursentwicklung eines definierten Basiswertes, dem sogenannten Underlying, abgeschlossen wird. Basiswert für dieses Kunstkonstrukt kann dabei sowohl ein Rohstoff, eine Aktie, eine bestimmte Anleihe sowie ein ganzer Index sein. Typischerweise wird dabei nicht das Underlying selbst gehandelt, sondern ein Abbild der Kursentwicklung.

Sie haben Fragen zu dem Thema? Sprechen Sie uns an!

Somit entfallen bei Aktien-CFDs beispielsweise auch alle Stimmrechte, die ein tatsächlicher Anteilseigner eines Aktienkonzerns hat. Im Gegenzug profitieren CFD-Anleger in der Regel jedoch von der fälligen Dividendenrendite. Unter dem Strich profitieren Investoren also von der Kursentwicklung des Underlyings, ohne das entsprechende Wertpapier selbst zu besitzen.

Rendite durch den Einsatz von Hebeln

Das Hauptinteresse des Investments in CFDs liegt allerdings im integrierten Hebel, mit dessen Hilfe sich auch mit einem vergleichsweise geringen Kapitaleinsatz sehr hohe Renditen erzielen lassen, da durch einzelne Trader große Marktvolumen bewegt werden können. In der Praxis bedeutet dies also, dass ein Trader bei einem Hebel von 200:1 lediglich einen Euro der hinterlegten Sicherheitsleistung (Margin) einsetzen muss, um ein Marktvolumen von 200 Euro zu bewegen. Die Vorteile, die sich daraus ergeben, liegen auf der Hand, denn mit einem Investment von nur 1.000 Euro in ein CFD des DAX 30 lassen sich 200.000 Euro bewegen und dementsprechende Renditen erzielen. Der eigentliche Reiz liegt also im Hebel, der je nach CFD-Broker auch bis auf ein Verhältnis von 500:1 klettern kann.

Risiken des CFD-Handels

Der Hebel birgt aber auch zugleich das größte Risikopotenzial, denn dieser wirkt nicht nur einseitig, sondern hebelt auch die potenziellen Verluste im exakt gleichen Verhältnis wie die Gewinne. In der Praxis hat dies mitunter erheblich Konsequenzen, denn damit betreffen die Verluste im schlimmsten Fall nicht nur das in der Einzelposition eingesetzte Kapital, sondern können dieses mit Leichtigkeit übersteigen. Damit haften Anleger mit ihrer gesamten Margin, die sich auf dem Brokerkonto befindet. Bei vielen Brokern ist es mit dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals aber noch nicht getan, denn die Nachschusspflicht, der sogenannte Margin Call, verpflichtet dazu, die gehebelten Verluste, die das eingesetzte Kapital übersteigen, mit frischem Kapital auszugleichen.

Die Auswahl des richtigen CFD-Brokers

Wer in CFDs investieren möchte, sollte sich zunächst den passenden Broker heraussuchen, denn welcher Broker der passende ist, hängt von den individuellen Ansprüchen ab. Zunächst einmal sollte es sich um einen Broker handeln, der von einer der großen Finanzdienstleistungsaufsichtsbehörden wie der SEC, der FSA oder BaFin reguliert ist, um dessen Seriosität zu garantieren. Abgesehen davon ist das Produktspektrum das Hauptentscheidungskriterium, da sich einige Broker beispielsweise auf Aktien-CFDs spezialisieren, während andere mit Aktien, Anleihen, Rohstoffen, Devisen und Indices ein deutlich breiteres Spektrum bedienen. Auch der verfügbare Hebel spielt bei der Anbieterauswahl eine große Rolle. Wer diesbezüglich Wert auf einen möglichst großen Hebeleffekt legt, muss sich einem anderen Broker zuwenden, als jemand der sich mit einem Hebel von 200:1 begnügt.

Schlussendlich kristallisiert sich heraus, dass der CFD-Handel nichts für unerfahrene Anleger ist, zumal in den volatilen Märkten erhebliche Verluste erzielt werden können. Geeignet sind Differenzkontrakte also ausschließlich für erfahrene Anleger, die mit einem kleinen Teil ihres Portfolios spekulativ tätig sein möchten.

Gold fasziniert – Mandantenbrief 02/18

Immer wieder ist Gold ein Gesprächsthema. Emotional nachvollziehbar. Eine gewisse Beimischung ist sinnvoll; ein wesentlicher, renditeorientierter Vermögensbaustein sollte Gold aber nicht sein.

Finanzkunde oder Erdkunde? – Mandantenbrief 12/15

Liebe Leser, vor dreieinhalb Jahren haben wir einigen Kollegen einen Zusammenschluss initiiert, der im Laufe der Zeit durch kompetente Berater ergänzt wurde. Kritisch betrachtete unsere Gruppe die Diskussionen, ob nun Provision- oder Honorarberatung optimal für die Mandanten sei.

Bearbeitungsgebühren zurückfordern – Mandantenbrief 11/14

Lieber Leser, der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Bearbeitungsgebühren bei nach 12/2004 aufgenommenen Bankdarlehen unzulässig sind. Höchstrichterlich entschieden ist dies endgültig für Verbraucherkredite. Analog gilt dies wohl auch für Baufinanzierungskredite.

Schwarze Börsenwoche – Mandantenbrief 06/20

Was wir jetzt haben, sind zwei Epidemien. Wir haben eine Epidemie des Coronavirus, aber wir haben auch eine Epidemie der Angst, die nicht mit der wissenschaftlichen Realität Schritt hält.

“Zinsen bleiben ewig nahe Null” | Mandantenbrief 08/19

Auch wenn im November EZB-Chef Mario Draghi den Stab an Christine Lagarde weitergibt, dürfte sich an der Politik der Euro-Notenbank wenig ändern. Die Fortsetzung des lockeren Geldkurses ist schon vorgezeichnet – nach der letzten EZB-Sitzung wurde sogar eine Wiederaufnahme der Anleihekäufe in Aussicht gestellt.

Tsunami an den Devisenmärkten – Mandantenbrief 1/15

Lieber Leser, die Schweizer Nationalbank hat die feste Währungskursgrenze zum Euro aufgegeben. Hintergrund ist die erwartete Schwäche des Euros. In Wahrheit kapituliert die mächtige Zentralbank aber vor den ungeheuren Massen an jederzeit verfügbarem, Anlagemöglichkeiten suchenden Kapitals.

Trotz Terror – Aktien kaufen – Mandantenbrief 08/16

IS-Terror in Frankreich, Staatsterror in der Türkei, Amokläufe in Deutschland. Ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat, der Hass auf Minderheiten zum Programm erhebt. Europa bricht auseinander. Und nun Aktien kaufen – wie unvorsichtig ist das denn?

Value unter Druck | Mandantenbrief 11/19

Value oder Growth – welche Strategie performt besser? Das ist ein alter Streit zwischen Aktien-Investoren. Schaut man auf die letzte Dekade, hatten Growth-Investoren die Nase vorn. In Zeiten allgemein steigender Aktienkurse tun sich Value-Investoren schwerer. Das ist aber noch kein Beweis für die Über- bzw. Unterlegenheit einer Strategie.

2018 – ein turbulentes Jahr | Mandantenbrief 01/19

In der Rückschau war das Jahr 2018 geprägt von starken Turbulenzen an den Märkten. Brexit, Trump, Italien – das sind nur einige Themen, die 2018 maßgeblich beeinflusst haben. Und auch das vierte Quartal war alles andere als ruhig. Weltweit rutschten die Leitindizes ins Minus. Doch eine extreme Abkühlung in 2019 ist nicht zu erwarten.

Subjektive Wahrnehmung von Veränderungen – Mandantenbrief 05/18

Die Trump-Methode der schroffen, spontanen Zurückweisung von langjährigen Länderpartnerschaften und gültigen internationalen Vereinbarungen verunsichert immer wieder aufs Neue.

Statt nur einer Meinung ein qualifiziertes Urteil?
Jetzt unverbindlich anfragen!

Welche Strategien sich für hohe Ansprüche empfehlen: Mehr über Ihre Möglichkeiten erfahren!

frank_frommolz
Frank
Frommholz

frank@finanzberatung-frommholz.de
Telefon: 040 32005413

frerk_quadrat

Frerk
Frommholz

frerk@finanzberatung-frommholz.de
Telefon: 04337 919984

1 + 2 =