Die Betrachtung der Vermögensverteilung zeigt in Deutschland, dass viele Bürger eher von Armut betroffen sind, während andere immer reicher werden. Warum die Bundesrepublik im Europaraum den zweiten Platz bei der Vermögensungleichheit einnimmt, wird in diesem Beitrag geschildert.

Keine harmonische Vermögensverteilung

Das Institut für Wirtschaftsforschung hat die Vermögensverteilung in der Bundesrepublik ermittelt und dazu den Ginikoeffizienten herangezogen. Der entsprechende Wert liegt in deutschen Landen bei 0,78. Zur Orientierung: Bei einem Nullwert ist die Vermögensverteilung harmonisch über alle Bevölkerungsgruppen gleichmäßig sichtbar.

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Bei einem Wert von 1,0 besitzen wenige Menschen alles und der Rest geht leer aus. Bei der Vermögensungleichheit nimmt Deutschland im Europaraum den zweiten Rang ein, in der Euro-Zone reicht diese Zahl für Platz eins.

Die kleinen Mängel bei der Studie

Die Studie ist nicht in allen Bereichen umfassend aussagefähig, so wurden beispielsweise die Renten nicht mit einbezogen, weil sie vom Umfang her nicht überschaubar sind. Gleichwohl ist die Rente für weite Bevölkerungsteile die wichtigste oder einzige Einnahmenquelle, die Studie zur Vermögensverteilung weißt hier einige Schwachstellen auf.

Ein weiteres Manko ist die Definition von Armut. Denn in dieser Kategorie werden wirklich Besitzlose mit soliden Familien in einen Topf geworfen, nur weil Letztere ihr Eigenheim noch nicht abbezahlt haben. Superreiche bleiben hingegen in der Studie zur Vermögensverteilung außen vor, sie lassen sich nicht zu ihren Reichtümern befragen und liefern somit keine Daten.

Unternehmer beeinflussen die Vermögensungleichheit

Generell können gut verdienende Menschen am Monatsende mehr auf die Seite legen, das trifft insbesondere auf die zahlreichen Unternehmer der Bundesrepublik zu. Der Studie zufolge sind die reichsten Personen Deutschlands nahezu ausnahmslos in Unternehmerkreisen angesiedelt. Die angewandten Zahlen sind schon sieben Jahre alt, jedoch vom Trend her immer noch aktuell.

So vereinten im Jahr 2007 knapp 13.000 Unternehmer Einkommen oder Gewinne in Höhe von 35 Milliarden Euro auf sich. Das entspricht einem durchschnittlichen Unternehmensgewinn von 2,7 Millionen Euro per anno. Hier liegt der eigentliche Grund, warum Deutschland in der Vermögensverteilung so schlecht abschneidet.

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