Wohnungen in der Nähe deutscher Universitäten sind für Studenten ohne finanziellen Hintergrund kaum noch bezahlbar.

Zunehmend viele junge Leute werden angesichts rasant steigender Mieten von ihren Ausbildungsplänen abgehalten. Besonders extrem ist die Situation in der Hauptstadt.

Studenten finden immer weniger bezahlbare Wohnungen

Zu diesem Resümee kommt eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach.

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Dabei wurden mehr als zweitausend Studenten aus allen Fachbereichen zur Einschätzung ihrer Wohnsituation befragt. Annähernd drei Viertel von ihnen gaben an, in ihrer Studienstadt nur schwer Wohnungen zu finden, welche ihren finanziellen Möglichkeiten entsprechen. Weil die Mietpreisentwicklung in den neuen Bundesländern weniger dramatisch verlief, sind ostdeutsche Studenten weniger betroffen als ihre Kollegen aus Westdeutschland.

Nahezu aussichtslos ist für Studierende die Suche nach halbwegs preiswerten Wohnungen in den westdeutschen Metropolen, inklusive der Hauptstadt Berlin. Finanziell weniger gut positionierte Hochschüler sind hier vor die größten Herausforderungen gestellt und verlangen daher vermehrt nach Plätzen in Studentenwohnheimen. Entspannt sehen die Studenten das Angebot an Wohnungen, deren vermögende Eltern ihr Studium und die Lebenshaltungskosten finanzieren.

Studierende aus einkommensschwachen Familien am meisten betroffen

Den Studenten aus weniger vermögenden Familien wird daher verstärkt zur Bewerbung für Stipendien geraten. Sie könnten sich durch die zusätzlichen Geldmittel bei der Suche nach Wohnungen an ihren Studienorten besserstellen.

Aktuell finanzieren lediglich vier Prozent der Studierenden ihre Ausbildung über Stipendien. Zwanzig Prozent gaben an, sich bereits für finanzielle Unterstützung beworben oder einen solchen Antrag geplant zu haben.

Jobben statt ­lernen

In der Praxis besteht der Alltag vieler Studenten aus einer mehr oder weniger umfangreichen Tätigkeit, welche das eigentliche Studium oft in den Hintergrund drängt. Hauptgrund für die Doppelbelastung sind die Mieten der Wohnungen im näheren Umkreis ihres Studienplatzes:

– 58 Prozent der Studierenden arbeiten zur Lebensfinanzierung.
– 33 Prozent beziehen BAföG.
– Jeder vierte Student ermöglicht seine Ausbildung durch eigenes Vermögen.

Über das Problem der teuren Wohnungen hinaus sind die Pläne vieler Studenten für den Wirtschaftsstandort Deutschland existenzbedrohend: Zunehmend viele Uniabsolventen erwägen eine Übersiedlung ins europäische oder amerikanische Ausland.

 

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