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Welche verschiedenen Kreditarten gibt es?

Einen Wunsch per Kredit zu finanzieren, ist heute gang und gäbe. Selten war die Kreditaufnahme so einfach und bequem. In Zeiten niedriger Zinsen sind auch größere Kreditbeträge gut verkraftbar. Doch welche Kreditarten gibt es überhaupt? Und was sind typische Merkmale? Hier ein Überblick.

Kreditarten lassen sich nach verschiedenen Kriterien definieren, zum Beispiel nach: Laufzeit, Höhe, Verwendungszweck, Art und Umfang der Besicherung. Die Liste ist nicht abschließend. Die streng wissenschaftliche Abarbeitung dieser Kriterien würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Wir gehen einen pragmatischen Weg und erläutern einige typische Kreditformen, die in der Praxis häufig anzutreffen sind.

1. Kontokorrentkredit/Dispokredit: den Dispokredit kennt fast jeder – ein zeitlich nicht befristeter Kreditrahmen auf dem Girokonto, der jederzeit ohne feste Tilgungsverpflichtung bis zum Dispolimit in Anspruch genommen werden kann. Das Dispolimit umfasst meist zwei bis drei Monatsgehälter. Bei Firmenkonten heißt der “Dispo” Kontokorrentkredit.

2. Rahmenkredit/Abrufkredit: der Rahmenkredit funktioniert ähnlich wie ein Dispokredit, ist aber ein eigenständiges Kreditverhältnis. Beim Abrufkredit gibt es ebenfalls einen Kreditrahmen, bei Inanspruchnahme sind allerdings regelmäßige Ratentilgungen zu leisten.

3. Kleinkredit: oft auch Minikredit genannt. Ein kurzfristiger Kredit, der zur schnellen Zahlungsüberbrückung gewährt wird. Typisch sind Beträge bis 1.500 Euro und Laufzeiten bis sechs Monate. Die Tilgung erfolgt in einer Summe, Ratentilgung ist die Ausnahme. Einen Kleinkredit online aufnehmen kann man bei Kreditgebern, die auf dieses Geschäft spezialisiert sind.

4. Ratenkredit: die typische Kreditart für Konsumenten- und Anschaffungskredite. Der Kredit wird in gleichleibenden monatlichen Raten getilgt. Der Zins ist über die Laufzeit fest. Auf eine dingliche Absicherung wird oft verzichtet.

5. Hypothekarkredit: ein langfristiges grundpfandrechtlich besichertes Darlehen, das typischerweise bei Immobilienfinanzierungen eingesetzt wird. Als Sicherungsinstrument dient fast immer eine Grundschuld (nicht Hypothek) auf das betreffende Grundstück. Die Tilgung erfolgt regelmäßig in Form von Annuitäten – daher häufig auch die Bezeichnung: Annuitätendarlehen.

6. Bauspardarlehen: ist eine besondere Form von Hypothekarkredit im Rahmen eines Bausparvertrags. Das Bauspardarlehen kann bei Erreichen der Zuteilungsreife zu vorher festgelegten Bedingungen in Anspruch genommen werden.

7. Förderkredit: meist längerfristige Darlehen im Rahmen öffentlicher Förderprogramme zur Finanzierung bestimmter Vorhaben. Förderkredite bieten besonders vorteilhafte Konditionen: niedrige Zinsen, (teilweisen) Verzicht auf Absicherung, tilgungsfreie Anlaufjahre. Meist richten sie sich an Unternehmen und Selbständige, einige sind aber auch für Private gedacht (u.a. für Wohnungsbau, Energieeffizienz).

8. Effektenkredit: ein besonderer Rahmenkredit, der für die Finanzierung von Wertpapiergeschäften genutzt werden kann. Zur Absicherung wird ein zugehöriges Wertpapierdepot beliehen. Die Höhe des Kreditrahmens richtet sich nach dem Wertpapierbestand.

Bildmaterial: csm_ibrakovic/Fotolia