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3. Quartal: Börsen stabil trotz turbulentem Umfeld | Mandantenbrief 10/19

Mit geopolitischen Risiken wie dem Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der ungelösten Brexit-Frage haben sich die Börsen im dritten Quartal beschäftigen müssen. Dennoch schlossen die Märkte am Ende des Quartals neutral bzw. mit leichten Gewinnen.

Zwischenzeitliche Schwankungen

Die vergangenen Monate waren geprägt von Schwankungen an den Märkten, die zwischenzeitlich deutlich im Minus lagen. Grund dafür war zum einen der phasenweise eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China. Und zum anderen sorgte die ungelöste Brexitfrage für Unmut bei vielen Unternehmen. Nachdem der ifo Geschäftsklima Index sowohl im Juli als auch im August nachgegeben hatte, setzte im September eine leichte Erholung ein. Insbesondere der Dienstleistungssektor konnte zur Erholung beitragen.

Problem Brexit

Welche Auswirkungen könnte der Brexit haben oder wird es zu einem ungeregelten Austritt Großbritanniens kommen? Darüber scheiden sich die Geister. Fest steht jedoch, dass die Brexit-Debatte zu Verunsicherungen geführt hat. So befürchtet die Industrie starke Turbulenzen beispielsweise aufgrund von neuen Grenzkontrollen, Marktbarrieren und zunehmender Bürokratie. Ein wichtiger Stabilisator für die Konjunktur im Euroland ist die sehr gute Arbeitsmarktlage. Mit 7,5% im Juni ist die Arbeitslosenquote aktuell auf dem niedrigsten Stand seit elf Jahren.

EZB: Weitere Geldpolitische Lockerung

Die EZB hat auf ihrer letzten Sitzung beschlossen, den Strafzins für Bareinlagen von 0,4% auf 0,5% anzuheben sowie zum 01. November wieder Anleihenkäufe im Wert von 20 Milliarden Euro monatlich aufzunehmen. Damit bleibt Draghi seinem Kurs weiter treu und setzt abermals ein Signal an die Märkte, dass er alles unternimmt, um die Konjunktur zu stützen. Das wird sich, nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer, auch unter der neuen Präsidentin Christine Lagarde nicht ändern.

USA: Fed senkt erneut Zinssatz

Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 25 Basispunkte gesenkt. Die Fed geht weiterhin von einer „moderat“ wachsenden Wirtschaft aus. Bei Exporten und Investitionen sieht sie jedoch einen Rückgang. Für Präsident Donald Trump jedoch geht die Zinssenkung nicht weit genug. Sollte die amerikanische Wirtschaft, auch aufgrund der Handelsstreitigkeiten mit China und anderen Ländern, in eine Rezession rutschen oder sich das Wachstum signifikant verlangsamen, würde seine Wiederwahl gefährdet sein. In der US-Geschichte gab es bislang nur einen einzigen Präsidenten, der trotz einer Rezession wiedergewählt wurde.

Echte Rezession sieht anders aus

Trotz Krisen ist die globale Wirtschaft noch weit von einer Rezession entfernt. USA und China zeigen nach einer Verschärfung im August aktuell eine aufkeimende Gesprächsbereitschaft. So wurden 400 chinesische Produkte von der Zollregelung ausgenommen. Und auch beim Thema Brexit keimt Hoffnung auf, dass es doch noch zu einer konstruktiven Lösung kommen kann.

China sei Dank

Die Weltwirtschaft hat noch ausreichend Wachstumsdynamik, um in diesem und kommendem Jahr zumindest moderat und ohne Rezession zu wachsen. China steht nach wie vor zu seinem Wachstumsziel von 6%. Trotz der angespannten geopolitischen Lage kann sich das Land als Antriebsmotor für die globale Konjunktur hervortun. Einen weiteren, wenn nicht sogar den entscheidenden Impuls könnten die USA setzen. Um die Chancen seiner Wiederwahl zu erhöhen, könnte Trump ein massives Konjunkturprogramm auflegen. Denkbar sind starke Investitionen in die teilweise überfällige Modernisierung der amerikanischen Infrastruktur.

Gelassen bleiben und auf ein breit diversifiziertes Portfolio achten

Brexit, Handelskonflikte allerorten – in der aktuellen Marktphase sind auch weiterhin Schwankungen nicht auszuschließen, wie die ersten Oktobertage zeigen. Es droht jedoch vermutlich keine weltweite Rezession. Bislang folgen die Märkte der Politik der Notenbanken, die auch weiterhin die dominierende Rolle innehaben werden. Anleger sind gut beraten, auf eine breite Diversifikation ihres Portfolios zu setzen, daran kann auch der Rückgang von Mittwoch dem 2. Oktober 2019 nichts grundsätzliches verändern.

Ihre,

Familie Frommholz

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