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Inflation hängt vom Ölpreis ab – Mandantenbrief 06/16

Liebe Leser,

der jüngste Anstieg des Ölpreises auf 50 Dollar je Barrel könnte ein Vorbote anziehender Inflationsraten und Zinsen sein. Dadurch würde auch die EZB endlich dazu veranlasst werden, ihre dirigistische Geldpolitik einzustellen.

In der Phase des sinkenden Ölpreise wussten die “Fachleute”: Es geht so weiter!

Fast zwei Jahre lang waren die Ölpreise im freien Fall: Von Mitte 2014 bis Anfang 2016 waren die Preise für 1 Barrel Öl von über 100 Dollar auf unter 30 Dollar eingebrochen. Als der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent im Januar nur noch 27 Dollar kostete, kursierten Spekulationen über einen weiteren Verfall bis auf 20 Dollar und sogar noch deutlich darunter. Am 26.05. erreichte der Preis erstmals wieder die Marke von 50 Dollar. Auslöser des Preisanstiegs war primär ein Rückgang der Lagerbestände in den Vereinigten Staaten – ein in der Branche viel beachteter Indikator.

Langfristig denkende Zeitgenossen wussten: Es kann so nicht weitergehen!

Bis Anfang Mai erklommen die US-Lagerbestände immer neue historische Höchststände. Die Gründe für den nun erfolgten Einbruch liegen in den USA selbst. Ein großer Teil der US-Produktion wird durch Fracking (Titelbild mit einem typischem Aufbau) gewonnen. Diese Fördertechnik, bei der chemische Flüssigkeiten in tiefliegende Gesteinsschichten gepresst werden, ist nicht nur wegen möglicher Folgen für Mensch und Umwelt umstritten, sie ist auch relativ teuer.

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Die Fracker mussten bei den immer niedrigeren Verkaufspreisen ihre Produktion überwiegend auf Eis legen. Verstärkt hatte die Preisentwicklung die Strategie des Ölförderkartells OPEC, den Markt trotz niedriger Ölpreise mit noch mehr Öl zu überschwemmen, um damit die unliebsame Fracking-Konkurrenz aus dem Markt zu spülen.

Steigt der Ölpreis nun weiter und geht wieder in Richtung 100 Dollar?

Spezialisten sehen auf lange Sicht vor allem die Förderpolitik OPEC als Hindernis für eine deutliche Ölpreissteigerung. Zuletzt erreichte die Förderung der OPEC-Staaten das höchste Niveau seit 2008. Die Wüstenstaaten hängen besonders stark von den Einnahmen aus Ölexporten ab und kompensieren mangels Alternativen die niedrigeren Preise durch Masse. Das wiederum drückt weiter auf den Preis. Letzte ernsthafte Versuche, sich zusammen mit Russland auf eine Förderbegrenzung zu einigen, sind im April gescheitert. Und in dieser kuriosen Gemengelage steigt der Ölpreis auf 50 Dollar. Erstaunlich, aber gut so: Die komplex miteinander verwobenen Marktkräfte sind bestenfalls kurzfristig auszuhebeln.

Für Verbraucher: Die Inflation könnte zurückkehren, die EZB muss reagieren

Die Auswirkungen von Heizöl- und Benzin-Preisänderungen auf die Inflationsstatistik sind erheblich. Sollte sich die Inflationsrate nun also schneller als von den Marktteilnehmern erwartet dem EZB-Ziel von knapp 2 Prozent annähern, besäße dies Konsequenzen für die Geldpolitik der EZB. Die Liquiditätsschwemme könnte ihr Ende finden, Zinsen könnten steigen. EZB-Präsident Draghi müsste endlich mit der gefährlichen Geldvermehrung aufhören. Auf jeden Fall würden dann wieder vermehrt der freie Markt die Oberhand gewinnen. Notwendige Anpassungsprozesse (Südeuropa hat Probleme, marktgerechte Zinsen zu zahlen) würden zügig beginnen. Und natürlich würde es wieder hektisch an den Finanzmärkten werden – aber endlich könnten Marktbereinigungen stattfinden. Letztendlich hat ein steigender Ölpreis also eher positive als negative Folgen.

Thesen der Finanzberatung Frommholz  zur aktuellen Situation

  • Aktien boten schon in der Vergangenheit den besten Inflationsschutz.
  • Stark regulative Eingriffe, wie von der EZB praktiziert, sind auf Sicht falsch.
  • Die vielfältigen Marktkräfte sind stärker und werden ein eigenes Gleichgewicht finden.
  • Langfristig denkende Menschen bleiben ruhig und genießen das Leben!

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Bei den anhaltenden Niedrigzinsen wird es für Lebensversicherer fast unmöglich, noch Erträge zu erwirtschaften, die die garantierte Mindestverzinsung sicherstellen – von Überschüssen ganz zu schweigen.

Prognosetreu oder prognosefrei? – Mandantenbrief 12/14

Liebe Leser, zum Jahreswechsel trumpfen traditionell alle (vermeintlichen) Fachleute mit gewichtigen Prognosen für das neue Jahr auf. Da werden mit großer Geste Indexstände und Kurse verkündet, die die Presse dankbar aufnimmt. Erfahrungsgemäß liegen viel Experten schief.

Löst sich die Mitte auf? | Mandantenbrief 06/19

Die Volksparteien zerfallen und die politischen Ränder werden immer stärker. Gibt es die so beruhigend klingende “Mitte der Gesellschaft” nicht mehr? Nach unserer Auffassung gibt es die Mittelstandsgesellschaft weiterhin, man muss sie nur differenzierter betrachten. Wir finden die von Garbor Steingart ins Spiel gebrachten drei Blöcke als ein gutes Erklärungsmodell.

Märkte sind erstaunlich robust – Mandantenbrief 07/18

Manchmal ist es ganz hilfreich, einen Schritt zurückzutreten und ganz unvoreingenommen die aktuelle Situation zu betrachten. Das möchten wir mit diesem Mandantenbrief versuchen:
Trotz des von den USA vom Zaun gebrochenen Zollstreits zeigen sich die Börsen erstaunlich widerstandsfähig. Aufgrund der stabilen Entwicklung der Realwirtschaft kam es an den Märkten lediglich phasenweise zu Irritationen. Insgesamt scheinen sich diese nach wie vor auf dem Wachstumspfad zu befinden.

Keine Angst vor China – Mandantenbrief 05/16

Liebe Leser, die zweitgrößte Volkswirtschaft, die größte Exportnation und mit 1,4 Mrd. Menschen das bevölkerungsreichste Land der Welt (mehr Einwohner als Nordamerika, Europa und Russland zusammen) macht vielen Menschen Angst.

Crash-Propheten haben bestenfalls kurzfristig Recht – Mandantenbrief 03/18

Wenn Ihr Webshop wächst und die Bestellungen zunehmen, wird auch Ihr Warenumschlag höher. Je umfangreicher dabei Ihre Produktpallette ist, desto unübersichtlicher wird der Warenumschlag. Deshalb sollten Sie sich rechtzeitig damit befassen, wie Sie Ihre Warenwirtschaft strukturieren.

Wie geht es an der Börse weiter? – Mandantenbrief 07/2017

Liebe Leser, wir hinterfragen uns täglich neu: Was ist zu tun – ist überhaupt etwas zu tun? Nichts machen wirkt so passiv. Die unerwartete Trump-Rallye war genau gegenteilig prognostiziert worden.

Korrektur der Korrektur | Mandantenbrief 04/19

“Big Brother is watching you” – dieser Slogan aus George Orwell’s dystopischem Roman “1984” ist kennzeichnend für einen totalitären Staat, der seine Bürger dank umfassender Herrschaft über Medien, Informationen und Daten in allen Lebenslagen überwacht. Was beim Erscheinen des Romans 1949 noch als düstere Zukunftsvision wirkte, könnte schon bald Wirklichkeit werden.

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