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Kurssturz muss kein Crashvorbote sein

Die vergangene Börsenwoche brachte herbe Kursverluste. Der S&P 500 verlor rund sechs Prozent. Beim DAX ging es nicht ganz so drastisch nach unten, aber auch hier gab der Index um 3,3 Prozent nach. Der Kurssturz ist nicht der einzige im noch relativ jungen Jahr. Schon Ende Januar/Anfang Februar brachen die Kurse deutlich ein, um sich danach schnell wieder zu erholen. Kommt jetzt bald der „richtige“ Crash?

Jüngster Kurssturz – mehrere Faktoren kamen zusammen

Für eine Antwort lohnt es sich, die Gründe für die jüngsten Einbrüche etwas näher unter die Lupe zu nehmen. In der vergangenen Woche kamen aus Börsensicht gleich mehrere schlechte Nachrichten zusammen. Am Freitag der Vorwoche war bekannt geworden, dass die Löhne in den USA im Januar so stark gestiegen sind wie seit zehn Jahren nicht. Diese an sich positive Meldung ließ Befürchtungen vor mehr Inflation und damit auch vor steigenden Zinsen stärker werden. Diese gelten kurzfristig als kontraproduktiv für die Börse.

Wie die Faust aufs Auge passte dazu, dass die US-Notenbank Fed in der vergangenen Woche die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte anhob – mehr als von manchen Beobachtern erwartet worden war.

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US-Präsident Donald Trump setzte mit Strafzöllen und dem sich verschärfenden Handelskonflikt insbesondere mit China noch eins obendrauf. Auch das sorgte für Irritationen und trug zum Minus bei. Wie so oft dürften beim Kurseinbruch psychologische Momente wie Angst und „Fluchtreaktionen“ ebenso eine Rolle gespielt haben. Erfahrungsgemäß sind dies eher kurzfristig wirkende Faktoren. Der DAX wird heute den starken Anstieg der Wallstreet nachvollziehen, da Anleger die niedrigen Kurse als Sonderangebote interpretieren.

Unternehmer lernen aus Krisen

So hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband in einer Umfrage bei 300.000 Firmen gezeigt, dass deutsche Unternehmer das Ende des Nullzins-Dopings nicht fürchten müssen. Mit nur 1,1 Prozent Anteil am Gesamtumsatz ist der Zinsaufwand auf historischem Tiefstand – und andererseits die Eigenkapitalquote mit 40 Prozent (2000: unter zehn Prozent) so hoch wie noch nie. Die Firmeneigentümer, gewarnt durch die Finanzkrise, haben Bankkredite gemieden und Gewinne einfach im eigenen Betrieb belassen.

Korrekturbedarf vor allem in den USA

Grundsätzlich sind die Fundamentaldaten für die Börsen nach wie vor gut. Die weltweite Konjunktur läuft rund, die Unternehmen verzeichnen mehr Gewinne und die weiteren Aussichten sind positiv. Von daher gibt es für einen Crash keine wirklichen Gründe. Dass gerade in den USA mit Kursrückgängen gerechnet werden muss, stand schon länger fest. Die Kurse bewegen sich hier seit einiger Zeit auf einem außerordentlich hohen Niveau und wurden zuletzt durch die Trump’sche Steuerreform nochmal befeuert. Das musste irgendwann zu Korrekturen führen.

Das erklärt auch, warum in Europa die Rückschläge weniger stark ausfielen. Hier gab es in der Vergangenheit auch nicht so starke Kursübertreibungen nach oben. Die Kursentwicklung seit Januar zeigt aber, dass die Zeiten der starken Anstiege wie in den letzten Jahren vorbei sind. Die Volatilität ist zurück an den Märkten und damit ein Stück Normalität. Anleger, die bei Aktien auf langfristigen Vermögensaufbau setzen, muss das nicht schrecken.

Investieren Sie weiterhin breit gestreut und langfristig orientiert. Hinterfragen Sie immer mal wieder Ihr aktuelles Risikoprofil und passen Sie die Vermögensstruktur entsprechend an. Ansonsten einfach gelassen bleiben und das Leben genießen.

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