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Subjektive Wahrnehmung von Veränderungen

Die Trump-Methode der schroffen, spontanen Zurückweisung von langjährigen Länderpartnerschaften und gültigen internationalen Vereinbarungen verunsichert immer wieder aufs Neue. Aber, registrieren Sie bei sich nicht auch schon eine gewisse Abstumpfung? Börsenprofis nehmen die entsprechenden Twitter-Ankündigungen jedenfalls nicht mehr so recht ernst. Wie sonst könnte die Bekanntgabe eines weltweiten Handelskrieges die Börsen so wenig beeindrucken. Wie nehmen wir Anleger überhaupt Ankündigungen und tatsächliche Veränderungen wahr? Subjektiv und objektiv liegen da oftmals weit auseinander.

Es gab gute Gründe für die Abgeltungsteuer

Es war der SPD-Minister Peer Steinbrück, der gleich nach der letzten Finanzkrise die pauschale Abgeltung mit dem Ausspruch einführte: besser 25 Prozent auf X als 45 Prozent auf nichts. Nach nur neun Jahren und angesichts des derzeitigen Umfragetiefs will die SPD von der praktischen Quellensteuer nicht mehr viel wissen, denn sie vermutet dahinter eine Begünstigung der Reichen. Ebenso wie Finanzminister Schäuble fordert die Partei, Kapitaleinkünfte zukünftig mit Arbeitseinkommen gleichzusetzen und bis 45 Prozent zu besteuern.

Fakten, die gegen eine Abschaffung sprechen

Die Abgeltungsteuer abzuschaffen, bedeutet auf den steuerlichen Resetknopf zu drücken. Daher müssten im Rahmen der Gleichbehandlung einige Regeln aus der Zeit vor der Pauschale wieder aktiviert werden.

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Dazu gehört beispielsweise das Ende der Werbepauschale zugunsten einer vollen Abzugsfähigkeit aller tatsächlichen Werbekosten. Auch müssen Aktionäre, wie es jeder Unternehmer tut, Verluste mit Gewinnen verrechnen können und Dividenden dürften nur zu etwa 50 Prozent besteuert werden. Kommen alle Punkte zur Beachtung, würde das zukünftige Steueraufkommen deutlich niedriger liegen als derzeit mit der Quellensteuer. Vermögende würden sogar entlastet, wie folgendes Beispiel deutlich macht:

  • Dividenden in Höhe von 2.000 Euro resultieren bei der Pauschale in einer Steuerschuld von 500 Euro.
  • Bei einer Abschaffung der Pauschalbesteuerung würden beim maximalen Steuersatz von 45 Prozent auf die Hälfte nur 450 Euro fällig.

Abschaffung nicht vor 2017

Die Abgeltungsteuer darf nicht zum Wahlkampfthema werden, das könnte den etablierten Parteien noch mehr Wählerstimmen kosten, weil vielen Sparern und Anlegern dann höhere Steuern abverlangt werden. Gleichwohl hat die Abgeltungsteuer aus Sicht der Politik ihren ursprünglichen Grund verloren (siehe Parteichef Gabriel im Bild oben). Sie sollte Steuerflucht verhindern, ein Unterfangen, welches mittlerweile vom Datenaustausch mit mehr als 100 Ländern unmöglich gemacht wird.

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