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Lagarde setzt auf Niedrigzinsstrategie | Mandantenbrief 07/19

Die für uns erhebliche Nachricht der letzten Monate war die vorgesehene Ernennung von IWF-Chefin Christine Lagarde zur EZB-Präsidentin. Damit dürfte die EZB-Politik mit immensen Liquiditätsaufblähungen und einer Nullzinspolitik fortgesetzt werden. Die primär kurzfristig denkenden Börsen feierten mit Kursgewinnen (Lagarde-Effekt). Insgesamt hat sich die positive Entwicklung der Märkte im zweiten Quartal fortgesetzt. Während der DAX mit 8,5% im Plus liegt, konnten US-amerikanische Aktien ebenfalls mit 3,4% zulegen. Damit setzte sich, trotz zwischenzeitlicher Kursrückgänge, weltweit der positive Trend fort, der bereits zu Jahresbeginn eingesetzt hatte.

Börsen trotzen geopolitischen Risiken

Die geopolitischen Unsicherheiten halten nach wie vor an. Welches Ende der Brexit findet ist aktuell nur schwer einschätzbar. Ebenso drückt der Handelsstreit zwischen China und den USA auf die Stimmung der Börsianer. Das ifo-Institut errechnete einen neuerlichen Rückgang des gleichnamigen Geschäftsklimaindexes für Deutschland. Allerdings betonen die Wissenschaftler, dass sie keine Rezession, also einen Rückgang der Wirtschaftsleistung über zwei Quartale hinweg, fürchten. Die Börse sieht es ähnlich.

USA: Zinssenkung in Sicht?

Nachdem die Fed bereits unter der Leitung von Janet Yellen die Zinswende eingeläutet hatte, zeichnet sich aktuell ein gegenteiliges Szenario ab. Eine Wende von der Zinswende? Das ist ein denkbares Szenario, zumal die Fed schon seit einiger Zeit darauf hinweist, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht gänzlich ungetrübt sind. Sorge bereiten die eingeführten Zölle auf bestimmte Importe, die die Preise nach oben treiben könnten – mit negativem Einfluss auf die inländische Nachfrage. Hinzu kommt der aktuell schwache Dollar. Das alles lässt die Angst vor einer Deflation steigen. Ein mögliches Mittel dagegen ist die Zinssenkung.

EZB: Fällt die 33%-Grenze?

EZB-Präsident Mario Draghi bereitet die Märkte auf eine ultralockere Geldpolitik vor, die dann von Lagarde fortgesetzt werden würde. Konkret geht es um die 33%-Grenze: Soviel darf die EZB von einem Anleiheemittenten halten. Aktuell befinden sich schätzungsweise 28% der Bundesanleihen in Händen der Notenbank. Draghi stellte nun in Aussicht, dass das 33%-Limit nach oben verschoben werden könnte. Die Anleihenrenditen fielen daraufhin auf historische Tiefs. So sank die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zwischenzeitlich auf minus 0,3 Prozent!!!

Schwellenländer interessant, Gold im Plus, Erdöl leicht im Minus

Schwellenländer haben in 2018 deutlich verloren, dieses Jahr haben sie den Rückgang wieder aufgeholt. Davon zeugen auch viele Fonds, in denen insbesondere südamerikanische Schwellenländer aktuell übergewichtet werden. Gold hat in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals deutlich zugelegt. Der Preis einer Feinunze stieg um rund 9%. Der versierte Anleger weiß: Gold ist ein möglicher Diversifikator für ein Aktienportfolio – aber im Sinne einer vernünftigen Streuung nicht zwingend die bevorzugte Strategie. Erdöl hat ein leichtes Minus verzeichnet.

Unser Fazit

Die Personalie Lagarde ist für die Altersvorsorge viel wichtiger als die Kontroverse um Frau von der Leyen. Wir werden vermutlich über viele Jahre einen erheblichen Schuldenausbau und Niedrigzinsen verkraften müssen. Aber im Moment jubeln die Börsen und wir wollen das noch einsacken. Auf mittlere Sicht werden wir aber sicherlich empfehlen, Gewinne mitzunehmen. Wenn es eines Tages Wachstumseinbrüche geben sollte, sind die Waffen der EZB dann leider stumpf (keine Zinssenkungen möglich). Langfristig keine guten Perspektiven. Wir behalten das sehr, sehr genau im Fokus. Es mangelt nur bekanntlich im Moment an Alternativen.

Gelassenheit ist weiter angesagt.

  

Ihre,

Familie Frommholz

 

Flüchtlingskrise und die Börse – Mandantenbrief 11/15

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Megatrend Bildung | Mandantenbrief 03/19

Als Ihr verantwortungsbewusster, wirtschaftlicher Betreuer fühlt man sich häufig verpflichtet, Entwicklungen zu erklären, Börsenbewegungen zu bewerten und kurzfristige Entscheidungshilfen zu geben. Da wir bekanntermaßen langfristig denken und handeln, ist das sicherlich nicht im Monatsrhythmus notwendig. Vielmehr sollten wir uns von Zeit zu Zeit um die wirklich relevanten Megathemen kümmern: Bildung, Digitalisierung, Demographie, Transparenz usw.

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