UA-58392891-1

©iStock.com/liangpv

Aktien ETF – ein Geldwert?

Der ETF oder auch Exchange Traded Funds wird von Verbraucherschützern als das Allheilmittel der Finanz- und Anlegerwelt gefeiert. Ein ETF ist ein Investmentfonds, der den selben Verlauf wie sein zugrundeliegender Index haben soll. Ein solcher Index kann z.B. der DAX sein. So hat ein Anleger die Möglichkeit, den gemeinsamen Verlauf der 30 größten deutschen Aktien-Werte in seinem Depot abzubilden. Der Vorteil: Sehr geringe Kosten, transparent und kein Managerrisiko.

Die Nachteile – synthetische ETFs

Es gibt unterschiedliche Varianten, wie die Produktgeber von ETFs (dbX, iShares, UBS usw.) die Kosten des Fonds senken und dabei ihre eigene Marge und die Konkurrenzfähigkeit am Markt zu optimieren versuchen. Die Möglichkeit des Swap und der damit hergestellten künstlichen Performance in Form des synthetischen ETF hat einen bedeutenden Markanteil. Es werden beim DAX beispielsweise nicht VW, Bayer, etc. in der selben Zusammensetzung wie im Index gekauft, sondern andere, kleinere Aktien z.B. aus Japan, die eine hohe Korrelation aufweisen. Der Verlauf wird durch Versprechen und Absicherungen von anderen Banken und Fonds hergestellt (Kontrahenten). Ein komplexes Gebilde, das nach Meinung selbsternannter Experten aber “sicher” sein soll.

Die Nachteile – physische ETFs mit Sampling

Aber auch die vermeidlich “ehrlichen” ETFs, nämlich die physisch replizierten, also mit den tatsächlichen Indexwerten hinterlegten Fonds, benutzen sehr häufig ein Verfahren, das sich optimiertes Sampling nennt. Hierbei werden aus Kostengründen nur ganz wenige Titel eines Index gekauft, um den Verlauf annähernd herzustellen. Daraus und aus den vorrangegangenen Argumenten resultieren mehrere Schwachstellen:

  • Die beste Möglichkeit, die Relation zwischen Risiko und Rendite zu optimieren, ist möglichst breit zu streuen. Diese Streuung wird durch die oben beschriebenen Tricks in jedem Fall verschlechtert.
  • Es bestehen erhebliche Risiken, wenn einzelne Kontrahenten in extremen Krisenfällen ausfallen und auch die gestellten “Sicherheiten” wertlos sind. Mit einem ETF hat der Anleger eigentlich einen Sachwert erworben (also ein Stück an einem Unternehmen, beispielsweise eines DAX-Wertes). Mit einem Mal hat der Anleger aber einfach nur noch das Versprechen eines Institutes in den Händen, den Verlauf der Aktienschar in sein Depot hinein zu bekommen. Das ist dann aber nur noch eine Forderungen, also faktisch ein Geldwert? Für ein mögliches Untergangsszenario hat der Anleger aber bewusst einen Sachwert erworben und möchte keine auf Euro oder Dollar lautende Versprechung, sondern ein Stück Unternehmen.
  • Der entscheidende Aspekt ist aber folgender: Wenn Anleger einem Index Geld zur Verfügung stellen, in der Hoffnung, dass er steigt, aber durch das optimierte Sampling nicht alle enthaltenen Unternehmen mit mehr Kapital ausstattet, sondern nur einige, wieso sollten mir die nicht bedachten Unternehmen eine Prämie zahlen. Diese Unternehmen haben ja nichts von der Geldbereitstellung.

Neben struktureller Probleme, z.B. bei der Veränderung des Index, muss auch die Zweifelhaftigkeit der zugrundeliegenden Struktur – warum sind im DAX z.B. 30 Werte und nicht 10 oder 300? Warum sind im MSCI World nur 1400 und nicht viel mehr Aktien – angesprochen werden.

Haben wir die Grundsätze des Wirtschaftens vergessen?

Ein Unternehmen entwickelt ein Produkt. Dafür benötigt es finanzielle Mittel, die unterschiedlich beschafft werden können. Eine Möglichkeit ist: Das Unternehmen sucht zusätzliches Eigenkapital, also quasi Mitgesellschafter, deren Einlagen im Fall des Konkurs aber auch zuerst aufgebraucht werden. Dieses Eigenkapital ist aus den Augen eines Anlegers beispielsweise eine Aktie.

Sie haben Fragen zu dem Thema? Sprechen Sie uns an!

Für das Verlustrisiko seiner Einlage möchte der Anleger aber natürlich eine Prämie, sonst behält er sein Geld lieber auf einem Tagesgeldkonto. Insofern erhält der Aktienhalter für das Risiko der Investition eine Belohnung, eine Rendite, eine Prämie von der Aktiengesellschaft. Alternativ könnte die AG auch zur Bank gehen und einen Kredit aufnehmen oder auch am Markt eine Anleihe ausgeben, um dann Fremdkapital einzuwerben. Da Eigenkapital im Konkursfall zuerst für die Begleichung von Forderungen verwendet wird ist dieses Fremdkapital sicherer. Logischerweise können derartige Papiere somit auch nur eine geringere Renditeerwartung haben.

Ideologisch haben die ganzen ETF Konstruktionen hier ein signifikantes Problem:

  • Bei synthetischen ETFs gebe ich, um den DAX nachzubilden, einigen beispielsweise Japanischen Nebenwerten (mit hoher Korrelation zum DAX) mein Kapital, damit die 30 größten deutschen Werte Produkte und Dienstleistungen entwickeln, um für mich eine Rendite zu erzielen. Allerdings habe ich diesen nie die Möglichkeit der Finanzierung durch meine Investition geschaffen. Ich erwarte also eine Gegenleistung für nichts. Klingt total unsinnig und ist es auch. Das wäre als würde man beim Crowdfunding der Idee mit dem magnetischen, an der Wand heftenden Trinkbecher sein Kapital zur Verfügung stellen, aber von der Idee eines Künstlers, der dort sein Studioalbum finanziert, die Zinsen haben möchte.
  • Beim optimierten Sampling der physischen ETFs (wenigstens werden die Werte innerhalb des Index zur Nachbildung verwendet) investiere ich beispielsweise in 10 Unternehmen des DAX, um den Verlauf nachzustellen, erwarte aber dennoch von allen 30 Unternehmen eine Prämie für meine Investition zurück.

Aber natürlich gibt es auch – allerdings wenige – ETF-Varianten die sehr breit diversifizieren. Die gilt es zu finden. Die synthetischen ETFs betrachten wir im Ernstfall eher als Geld- denn als Sachwert. Ergibt sich doch im Fall eines Crash einfach nur eine Forderung aus dieser Konstruktion und kein verbleibender Anteilsanspruch.

Ein Bitcoin unterm Weihnachtsbaum? Mandantenbrief 01/18

Sollte man noch auf den Zug aufspringen oder steht der Crash bevor? Nur der Anteil, mit dem man in eine Spielhalle oder ein Spielkasino gehen würde, sollte zum Einsatz kommen. Ansonsten Finger weg!

Kreditzinsen am Tiefpunkt? – Mandantenbrief 03/15

Liebe Leser, wer sein Geld spart, also Konsumverzicht praktiziert, bekommt dafür eine Belohnung, den Guthabenzins. Wer sich Geld leiht, muss dafür eine Gebühr zahlen, den Kreditzins. So weit so gut. In den letzten Jahren sind diese eng miteinander in Verbindung stehenden Zinssätze kontinuierlich gesunken.

Keine Angst vor China – Mandantenbrief 05/16

Liebe Leser, die zweitgrößte Volkswirtschaft, die größte Exportnation und mit 1,4 Mrd. Menschen das bevölkerungsreichste Land der Welt (mehr Einwohner als Nordamerika, Europa und Russland zusammen) macht vielen Menschen Angst.

Gold fasziniert – Mandantenbrief 02/18

Immer wieder ist Gold ein Gesprächsthema. Emotional nachvollziehbar. Eine gewisse Beimischung ist sinnvoll; ein wesentlicher, renditeorientierter Vermögensbaustein sollte Gold aber nicht sein.

Märkte sind nicht perfekt, aber effizient – Mandantenbrief 06/15

Liebe Leser, wir konnten vor einigen Tagen in Amsterdam den Nobelpreisträger Prof. Fama und seinen Mitstreiter Prof. French persönlich kennenlernen. Dreh- und Angelpunkt der Diskussionen war die Effizienzmarkthypothese, ein furchtbar sperriger Begriff mit großen Auswirkungen auf Ihre Geldanlage.

2018 – ein turbulentes Jahr | Mandantenbrief 01/19

In der Rückschau war das Jahr 2018 geprägt von starken Turbulenzen an den Märkten. Brexit, Trump, Italien – das sind nur einige Themen, die 2018 maßgeblich beeinflusst haben. Und auch das vierte Quartal war alles andere als ruhig. Weltweit rutschten die Leitindizes ins Minus. Doch eine extreme Abkühlung in 2019 ist nicht zu erwarten.

Dauernd neue Höchststände – Mandantenbrief 01/17

Liebe Leser und wieder ist es so weit, der DAX schnellt auf ein neues Jahreshoch. Emotional wollen viele Anleger jetzt verkaufen unter der Devise, es kann doch so nicht weitergehen.

Trotz Terror – Aktien kaufen – Mandantenbrief 08/16

IS-Terror in Frankreich, Staatsterror in der Türkei, Amokläufe in Deutschland. Ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat, der Hass auf Minderheiten zum Programm erhebt. Europa bricht auseinander. Und nun Aktien kaufen – wie unvorsichtig ist das denn?

Risikoloser Zins bei null – Mandantenbrief 12/16

Liebe Leser, Zinsen niedrig zu halten, sorgt für günstige Kredite und unterstützt Unternehmen, sagt die EZB. Sparer sind dabei die Verlierer. Düstere Zeiten für konservative Sparer – großartige Möglichkeiten für langfristig denkende Anleger.

Rückblick, Durchblick, Ausblick – Mandantenbrief 02/17

Liebe Leser und wieder ist es so weit, der DAX schnellt auf ein neues Jahreshoch. Emotional wollen viele Anleger jetzt verkaufen unter der Devise, es kann doch so nicht weitergehen.

Statt nur einer Meinung ein qualifiziertes Urteil?
Jetzt unverbindlich anfragen!

Welche Strategien sich für hohe Ansprüche empfehlen: Mehr über Ihre Möglichkeiten erfahren!

frank_frommolz
Frank
Frommholz

frank@finanzberatung-frommholz.de
Telefon: 040 32005413

frerk_quadrat

Frerk
Frommholz

frerk@finanzberatung-frommholz.de
Telefon: 04337 919984

2 + 7 =