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Korrektur der Korrektur | Mandantenbrief 04/19

Viele seriöse Beobachter und Finanzberater rieben sich Ende 2018 jeden Tag wieder die Augen. Die Stärke der Korrektur der Börsenentwicklung war weder prognostizierbar noch wirklich begründbar. Noch wenige Wochen vorher hatten vergleichbare Meldungen keinen Einfluss, und nun dieser Einbruch. Täglich stellte sich die gleiche Frage: Verkaufen oder nachkaufen. Da es keine belastbaren Fakten gab, schien stillhalten die seinerzeit vernünftigste Verhaltensweise zu sein. Heute wissen wir, nachkaufen wäre richtig gewesen, aber damals war uns das zu heiß.

Märkte 2019 deutlich positiv

Nachdem die Märkte in 2018 teilweise deutlich negative Ergebnisse gezeigt haben, verzeichneten sie im ersten Quartal das Gegenteil: Nahezu alle Indizes konnten mit einem deutlichen Plus überzeugen. Der DAX legte wie selten in den Jahren zuvor auf Quartalsebene um rund 8% zu. Und auch der amerikanische Leitindex S&P 500 war mit 12,3% sogar noch deutlicher im Plus.

Eine Korrektur der Korrektur – so könnte der jüngste Aufschwung bezeichnet werden. Nicht wenige Stimmen warnten 2018 davor, dass nun eine Abwärtsphase bevorstehe. Die Märkte haben aber gezeigt, dass dem nicht so ist. Tatsächlich gibt es auch keinen echten Grund für ein Negativszenario. Die Bewertungen sind nach wie vor auf einem gesunden Niveau. Und politische Risiken werden vom Markt nicht mehr so stark wahrgenommen, wie noch im vergangenen Jahr.

Zinsen bleiben niedrig

Die amerikanische Fed hat deutlich gemacht, dass sie zunächst nicht an weitere Zinsschritte denkt. 2019 soll es keine Zinserhöhung geben und 2020 gegebenenfalls nur einen Zinsschritt. Gründe dafür gibt es mehrere. So verweist die Fed auf die Eintrübung der US-Konjunktur, hebt aber hervor, dass der Arbeitsmarkt nach wie vor stabil sei. Fed Chef Powells Ansicht ist sehr diplomatisch: Angesichts der Entwicklung der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte sei eine „geduldige“ Geldpolitik angemessen.

Was in puncto Zinsen zu erwarten ist, zeigt ein Blick auf die globale Ebene. Weltweit haben in den vergangenen Monaten mehr Zentralbanken ihre Zinsen gesenkt als angehoben. Die EZB und die japanische Notenbank halten ebenfalls von Zinserhöhungen Abstand. Führende Wirtschaftsinstitute sehen hier erst 2020 oder sogar teilweise deutlich später einen möglichen ersten Zinsschritt.

Politische Risiken

Brexit und der Handelsstreit zwischen den USA und China haben auch im ersten Quartal 2019 für politische Unsicherheit an den Börsen gesorgt. Jedoch hat sich die Nervosität an den Märkten im Vergleich zum Vorjahr deutlich gelegt. Beim Handelsstreit ist zwar nicht davon auszugehen, dass Trump einen Rückzieher macht. Doch scheint eine Einigung mittlerweile mehr als nur möglich zu sein. Lediglich das Thema Brexit ist nach wie vor ungewiss. Hier wünschen sich viele Teilnehmer mehr Klarheit.

Schwellenländer interessant

Bei den Schwellenländern sehen wir ebenfalls eine positive Entwicklung. Gerade im asiatischen Bereich ist Optimismus angebracht. In China und Indien entwickelt sich die Binnennachfrage zunehmend positiv. Und auf der Bewertungsseite sehen wir auch hier derzeit ein interessantes Niveau.

Interessant erscheinen uns auch wieder Schwellenländeranleihen. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld bieten sie wieder lukrative Renditen.

Erdöl deutlich im Plus

Das Erdöl ist im ersten Quartal mit 25% deutlich gestiegen und liegt derzeit bei 67,1 USD (Sorte Brent). Ein Grund liegt in der Drosselung der Förderquoten seitens der OPEC. Ein weiterer Grund ist in Venezuela zu suchen. Seitdem das Land seinen sozialistischen Weg eingeschlagen hat, sind die Förderquoten stetig gesunken. Aktuell wird nur noch ein Bruchteil der eigentlich möglichen Menge gefördert.

Fazit

Die Aktienmärkte profitieren vom strukturellen Niedrigzinsumfeld, historisch niedrigen Inflationsraten und der gegebenen monetären Ausrichtung der Zentralbanken. Auch fühlen wir uns bestätigt in unserer Annahme, dass die Abwärtsphase in 2018 nicht nachhaltig gewesen war. Und auch beim Handelskonflikt zwischen den USA und China glauben wir nicht an eine dramatische Eskalation. Das sollte die Aktienmärkte weiter beruhigen. Und uns Anleger auch. Gelassenheit ist angesagt.

 

 

Ihre,

Familie Frommholz

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