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Trotz der gesetzlichen Aufklärungspflichten bei der Beratung, die Praxis sieht oft anders aus. Das zeigen aktuelle Ergebnisse einer Befragung des Immobilien-Portals ImmoScout 24. Dabei sind knapp 1.800 Kunden befragt worden, die eine Baufinanzierung haben wollten und entsprechende Online-Anfragen an Bankvertreter und bankenunabhängige Berater stellten. Ein wichtiges Ergebnis ist: über die Hälfte der Berater verheimlichte die Provision.

Berater machen häufig Fehler

Dabei zeigten sich die Bankvertreter besonders zurückhaltend. Weniger als ein Viertel von ihnen machte die Provision gegenüber den Kunden transparent.

Auch in anderer Hinsicht wurden deutliche Mängel in der Finanzierungsberatung festgestellt.

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Jede fünfte Beratung wies eklatante Defizite auf. Das waren die häufigsten Fehler:

      • es wurde auf die eigentlich übliche Haushaltsrechnung mit einer detaillierten Aufstellung der Lebenshaltungskosten verzichtet;
      • die Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit fehlte;
      • in nur etwa fünfzig Prozent der Beratungen wurde über finanzielle Risiken aufgeklärt;
      • nicht selten wurde darauf verzichtet, mögliche Finanzierungsalternativen vorzustellen. Bei den Bankmitarbeitern taten dies nur 67 Prozent, bei den bankenunabhängigen Beratern immerhin 79 Prozent.

Gefühlte und tatsächliche Beratungsqualität

Das Paradoxe dabei ist: die Kunden fühlten sich ganz überwiegend trotzdem gut beraten und bewerteten die angebotenen Konditionen und Zinsen als günstig. 70 Prozent der Befragungsteilnehmer gaben dies an, wobei Bankvertreter wiederum etwas schlechter abschnitten. Es gibt also eine deutliche Diskrepanz zwischen der subjektiven Wahrnehmung und der tatsächlichen Qualität der Beratung.

Provision als Ursache für falsche Beratung?

Die im Schnitt nicht zufriedenstellende Beratungsqualität wird von wissenschaftlicher Seite u.a. mit der Provisionsorientierung erklärt. Diese führe dazu, dass den Kunden nicht immer die für sie beste Lösung vorgeschlagen werde. So ergab die Erhebung, dass in fast vier von zehn Fällen die an sich naheliegende Hypothekenfinanzierung nicht empfohlen wurde. Dies wegen der schlechteren Provisionierung, so die Vermutung.

Berater kritisch befragen

Der Rat an die Verbraucher lautet daher: sich vorher gut informieren, Angebote vergleichen und im Beratungsgespräch kritische Nachfragen stellen.

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