Die klassische Familie wird auch weiterhin vom deutschen Staat favorisiert. Er entlastet Kinder erziehende Eltern bei Steuern und Abgaben relativ großzügig, solange die traditionelle Rollenverteilung gewahrt bleibt.

Bei Abweichungen davon steigt die Abgabenlast deutlich.

Höhere Steuern für Singles

Der deutsche Staat entlastet Familien mit Kindern besonders stark, wenn die klassischen Familienmodelle umgesetzt werden. Dabei übernimmt ein Elternteil den Gelderwerb, während der andere für die Kinderbetreuung zuständig ist.

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Die deutsche Abgabenlast ist im internationalen Vergleich zwar sehr hoch, doch stehen Familien mit Kindern bei den Steuern deutlich besser dar als Singles. Obwohl alle 34 Mitgliedsländer der OECD Familien mit Kindern besserstellen, ist der Abstand zwischen kinderlosen Alleinstehenden und Kinder aufziehenden Familien bei der Steuerlast in Deutschland besonders ausgeprägt.

Wenn Singles durchschnittliche Gehälter verdienen, werden davon 49,3 Prozent von Steuern und Abgaben verschlungen. Ehepaare mit Kindern zahlen dagegen mit nur 33,8 Prozent erheblich weniger. Die Bevorzugung greift allerdings nur beim traditionellen Familienmodel, bei dem in der Regel der Mann arbeitet, während die Frau sich um den Nachwuchs kümmert.

Doppelverdiener müssen mehr Steuern bezahlen

Die Steuervorteile werden schon deutlich geringer, wenn sich die Ehefrau zu einigen Arbeitsstunden pro Woche entschließt. Durch die Annahme eines Mini-Jobs erhöht sich die gesamte steuerliche Belastung auf knapp 39 Prozent. Die Abgabenlast steigt um ein Weiteres, wenn sich die Ehefrau in Vollzeit beschäftigen lässt, dann werden nahezu 42 Prozent an Steuern und Sozialabgaben fällig.

Vor allem die Oppositionsparteien setzen sich zunehmend für gravierende Änderungen in der Familienpolitik ein. Ihrer Ansicht nach sollte die Familienförderung nicht weiter vom Trauschein abhängig sein und langfristig durch eine direkte Kinderförderung ersetzt werden.

Darüber hinaus sollten die Steuern und Abgaben für Alleinerziehende weiter gesenkt werden. Diese Bevölkerungsgruppe bezahlt bei unterdurchschnittlichen Monatseinkommen zwar nur 31 Prozent. Doch ist dieser Wert einer der höchsten in den OECD-Ländern. Durchschnittlich entrichten Alleinerziehende in diesen Nationen nur 17 Prozent Steuern und genießen weitere staatliche Zuwendungen.

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