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Strombörse Leipzig: negative Strompreise

Auch an der Strombörse Leipzig gelten die Marktregeln von Angebot und Nachfrage. Bei günstigen Wetterbedingungen produzieren deutsche Ökostromanlagen Energie im Überfluss, während konventionelle Versorger ihre Kohlekraftwerke weiterlaufen lassen. Das Überangebot führt zu negativen Strompreisen.

Strombörse Leipzig – negative Strompreise immer häufiger

Die auch auf den Namen EEX (European Energy Exchange) hörende Strombörse verzeichnet seit 2011 zunehmend viele Tage mit negativen Preisen. Zu Beginn der Aufzeichnungen rutschte der Strompreis sechs Mal in negative Bereiche, 2015 geschah dies bereits an 25 Tagen. Das Szenario ist jedes Mal gleich: Bei optimalen klimatischen Bedingungen speisen Solar- und Windanlagen gewaltige Energiemengen ins Netz. In der Folge gehen die Preise auf Talfahrt.

Ein ganz normales Phänomen?

An der Strombörse Leipzig werden negative Strompreise als natürlicher Bestandteil des freien Marktes interpretiert. Sie kommen im kurzfristigen Handel immer wieder vor und führen daher nicht zu panikartigen Aktionen.

Für Stromverkäufer bedeuten negative Preise jedoch einen Markt, der auf dem Kopf steht. Denn Verkäufer müssen bei Preisen im Minus ihren Abnehmern sogar noch Geld bezahlen. Am achten Mai rutschten die Energiepreise an der Strombörse das letzte Mal in negatives Terrain und zeigten für eine Megawattstunde minus 130 Euro an.

Private Stromverbraucher spüren nichts von negativen Strompreisen

Verbraucher zahlen stets fixe Preise pro Kilowatt und profitieren von den kurzzeitigen Einbrüchen an der Strombörse Leipzig nicht.

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Den großen Energieversorgern generieren die Abstürze ebenfalls keinen Gewinn, sondern Verluste. Negative Strompreise bringen jetzt die Politiker auf den Plan und führen zu kontroversen Diskussionen auf Bundesebene.

Die Unionsfraktion forderte jüngst in einem Brief an den Wirtschaftsminister die Einstellung der Vergütung bei negativen Strompreisen und hat dabei neu errichtete Windräder sowie Solaranlagen im Fokus. Unklar ist bislang, ob die Forderung in die derzeitige Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) einfließt.

Strommarkt stabilisieren

Das zeitweilige Überangebot an der Strombörse Leipzig muss einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden und könnte beispielsweise einem verbesserten Angebot an Stromtankstellen für E-Fahrzeuge zugutekommen. Dazu bedarf es allerdings aufnahmefähige Speicher und Verbraucher, die die aktuell hohen Preise für Elektroautos bezahlen können und wollen.

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