Vor wenigen Tagen hat Janet Yellen den Vorsitz der amerikanischen Notenbank FED übernommen. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze des Instituts. Die 67 Jahre alte Volkswirtin ist bereits seit Oktober 2010 Vizepräsidentin der FED.

Ihr bisheriger Lebensweg ist durch Phasen universitärer Lehre und Funktionen in unterschiedlichen Einrichtungen und Gremien des US-Notenbanksystems geprägt.

Kein grundlegender Kurswechsel

Die Berufung von Janet Yellen ist zunächst ein Zeichen der Kontinuität. Sie gilt als Insiderin und hat bislang den geldpolitischen Kurs von Vorgänger Ben Bernanke immer mitgetragen.

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Dessen Amtszeit fiel in eine Zeit außergewöhnlicher Turbulenzen. Banken- und Finanzkrise stellten die FED unter seiner Führung vor große Herausforderungen. Die Antwort war ein ultralockerer geldpolitischer Kurs mit Leitzinsen auf Null-Niveau und einem gigantischen Anleihe-Aufkaufprogramm.

Geldpolitik etwas restriktiver

Interessanterweise findet die Amtsübernahme durch Janet Yellen zu einem Zeitpunkt statt, da die Geldschleusen erstmals etwas enger geschlossen werden. Kaufte die FED im Dezember noch für 85 Mrd. Dollar Anleihen auf, waren es im Januar nur noch 75 Mrd. Dollar und in diesem Monat sollen es 65 Mrd. Dollar sein. Damit werden schon länger im Raum stehende Ankündigungen erstmals in die Tat umgesetzt.

Janet Yellen: Ein Spagat

Es dürfte spannend zu beobachten sein, ob Janet Yellen diesen restriktiveren Kurs weiter fortsetzt. Derzeit steht immer noch die Erklärung von Bernanke im Raum, dass an der lockeren Geldpolitik festgehalten wird, solange die Arbeitslosigkeit in den USA über 6,5 Prozent liegt. Im Dezember erreichte sie 6,7 Prozent. Viel dürfte von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung abhängen. Die amerikanische Geldpolitik bewegt sich weiter im Spagat von Wachstumsförderung und Geldwertstabilität.

Nicht zu unterschätzen

Ihre neue Aufgabe verlangt jedenfalls viel Fingerspitzengefühl von der neuen Notenbank-Chefin. Kenner raten dazu, sie nicht zu unterschätzen. Klein von Statur und gutmütig wirkend, besitze sie eine gehörige Portion Energie und Durchsetzungsvermögen. Beides wird sie in ihrer Amtszeit sicher brauchen können.

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