Nachrangige Anleihen von Banken versprechen üppige Renditen.

Gerät das ausgebende Institut in finanzielle Bedrängnis, können die angestrebten Gewinne zukünftig in Belastung übergehen, denn die Anleger sollen umfassender zur Kasse gebeten werden.

Nachrangige Anleihen werden zum Risiko

Im vergangenen Jahr beschloss das Europäische Parlament in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsnationen und der EU-Kommission eine Richtlinie.

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Diese regelt die Sanierung und Abwicklung von Instituten in Schieflage und muss bis 2016 im nationalen Recht aller EU-Länder verankert sein. Investoren in nachrangige Anleihen sollen damit an Bankensanierung oder Abwicklung per Gesetz beteiligt werden. Genau genommen sind sie schon zum jetzigen Zeitpunkt dabei, denn die EU-Genehmigung von Staatshilfen macht dies seit August 2013 zur Voraussetzung.

Doch damit nicht genug: Ab 2016 werden auch Gläubiger von herkömmlichen, erstrangigen Schuldverschreibungen in die Sanierung mit einbezogen. In jedem Fall dann, wenn das eigene Kapital des Instituts und die Summe aus den Nachranganleihen nicht zur Deckung der Außenstände genügen. Im nächsten Schritt wären die Kundeneinlagen oberhalb der Sicherungsgrenze von 100.000 Euro in Gefahr.

Renditeträchtige Anleihenform

Seit der letzten Finanzkrise sind nachrangige Anleihen mit mehr Beteiligungsrisiko bei Verlusten behaftet. Trotzdem genießen sie bei den Anlegern unvermindertes Interesse, welches in erster Linie den hohen Kupons geschuldet ist. Obwohl ihre Kurse steigen und die Renditen entsprechend sinken, unterscheiden sich nachrangige Anleihen gegenüber anderen Bondvarianten immer noch durch lukrative Erträge.

Ab November übernimmt die Europäische Zentralbank die Oberaufsicht über alle Banken Europas. Aktuell überprüft die EZB die Institute mit äußerster Gründlichkeit. Momentan ist nicht abzusehen, welche Geldhäuser den Stresstest ohne Probleme bestehen und welche nicht. Anleger in nachrangige Anleihen sollten entweder die Ergebnisse abwarten oder gründlichst prüfen, welcher Bank sie ihr Geld für nachrangige Schuldverschreibungen überlassen.

Ein weiterer Punkt, der nicht aus den Augen verloren werden sollte, ist die Tatsache, dass Banken zunehmend auf nachrangige Titel verzichten. Sie erfüllen nicht mehr ihren Zweck zur Beschaffung von Eigenkapital und herkömmliches Fremdkapital erhalten die Institute zu günstigeren Konditionen.

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