Menschen sind individuelle und für sich denkende Lebewesen, sie verlassen sich bei der Entscheidungsfindung meist nur auf sich selbst und liegen dabei oft falsch. In sozialen Verbänden lebende Insekten haben ihnen eines voraus – die Schwarmintelligenz.

Die Schwarmintelligenz – gemeinsam mehr erreichen

Das menschliche Hirn scheint für Gemeinsamkeiten weniger geeignet zu sein als das von Kleinlebewesen wie beispielsweise Bienen. Grundsätzlich stellt sich der Vorteil der Schwarmintelligenz einfach dar: Eine Personengruppe, die umfassend informiert ist, kommt in vielen Dingen weiter als ein einzelner vermeintlicher Experte.

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Die wissenschaftlichen Forschungen sind bereits einhundert Jahre alt, damals haben Experten die Schwarmintelligenz bei Bienen untersucht und verblüffende Ergebnisse erzielt.

Dazu ein Beispiel: Zwei schwarz-gelbe Honigsammler entdecken zwei unterschiedlich große Futterressourcen und geben diese Meldung mit tanzend wirkenden Körperbewegungen an ihren Bienenstock weiter. Warum wissen plötzlich alle Kollegen der beiden Bienen, welche der Futterquellen die Größere ist? Die Lösung: Die Entdeckerin des größeren Futterlagers tanzt doppelt so lange und wird daher von doppelt so vielen Bienenkolleginnen wahrgenommen. Im Ergebnis fliegen zweimal so viele Tiere zu dem umfangreicheren Futterdepot. Der ganze Vorgang setzt sich bei jedem neuen Tanz fort, im Endeffekt fliegen alle Bienen zu dem Futterreservoire mit dem größeren Volumen.

Schwarmintelligenz kann auch zu Enthaltungen führen

Die Untersuchungen wurden mit identischen Resultaten auch an Ameisen durchgeführt, doch Insekten können sich nicht nur für etwas entscheiden, sie üben sich bei Unklarheiten in Enthaltsamkeit. Für diese Entdeckung wurden einige Honigbienen in die Nähe von zwei Glasgefäßen mit verschiedenen Füllungen gebracht. In einem Behältnis befand sich Zuckerwasser, im anderen war eine Chininlösung.

Beide Gefäße wurden mit unterschiedlichen Symbolen versehen und die Bienen mussten das Behältnis mit dem Zuckerwasser erkennen.

Bei extrem unterschiedlichen Symbolen fanden die Tiere in großer Zahl die richtige Flasche. Sobald die Symbole zu ähnlich aussahen, ließen sich die Bienen deutlich mehr Zeit zur Auswahl. Wenn die Selektion zu kompliziert wurde, entschieden sich zahlreiche Insekten für die Enthaltung und erhöhten damit ihre Erfolgsquote enorm.

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